
Streusalz, Frost und Schlaglöcher setzen jedem Fahrzeug zu. Ein Frühjahrs-Check deckt auf, was der Winter hinterlassen hat, bevor aus kleinen Schäden teure Reparaturen werden. Was dabei geprüft wird, was Sie selbst kontrollieren können und was in die Werkstatt gehört: eine Übersicht für Autofahrer in Lorch, Schwäbisch Gmünd und dem Remstal.
Warum sich ein Check nach dem Winter lohnt
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut ADAC-Pannenhilfebilanz 2025 war die Starterbatterie mit 45,4 Prozent die häufigste Pannenursache in Deutschland. Auf Platz zwei folgten Probleme mit Motor und Motormanagement (21,8 Prozent), auf Platz drei Generator, Anlasser und Bordnetz (10,4 Prozent). Insgesamt rückten die Gelben Engel 2025 zu über 3,69 Millionen Einsätzen aus.
Die meisten dieser Pannen hätte eine rechtzeitige Prüfung verhindert oder zumindest angekündigt. Genau das leistet ein Frühjahrs-Check: Er macht sichtbar, was der Winter am Fahrzeug angerichtet hat, und gibt die Möglichkeit, Verschleiß zu beheben, bevor er unterwegs zum Problem wird.
Was der Winter dem Auto antut: sieben kritische Stellen
Batterie
Kälte senkt die nutzbare Kapazität der Starterbatterie erheblich. Gleichzeitig braucht der Anlasser bei niedrigen Temperaturen mehr Strom. Nach einem langen Winter kann die Batterie so geschwächt sein, dass sie zwar noch startet, aber beim ersten warmen Wochenende mit längerer Standzeit endgültig aufgibt. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Starterbatterie liegt bei fünf bis sechs Jahren. Wer nicht weiß, wie alt seine Batterie ist, sollte sie im Frühjahr testen lassen.
Reifen
Winterreifen verschleißen über die kalte Saison, und zwar nicht nur am Profil. Kälte und Salz können feine Risse im Gummi verursachen, die von außen kaum sichtbar sind. Vor dem Wechsel auf Sommerreifen lohnt ein genauer Blick: Ist das Profil gleichmäßig abgefahren? Gibt es seitliche Beschädigungen durch Bordsteinkanten? Der ADAC empfiehlt für Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von 3 mm, auch wenn die gesetzliche Grenze bei 1,6 mm liegt. Der Unterschied zeigt sich vor allem bei Nässe: Mit 1,6 mm verlängert sich der Bremsweg deutlich.
Bremsen
Streusalz und Feuchtigkeit fördern Flugrost an Bremsscheiben und Korrosion an Bremsleitungen. Flugrost auf den Scheiben ist normal und verschwindet nach wenigen Bremsungen. Problematischer ist Korrosion an den Bremsleitungen, weil sie von außen schwer erkennbar ist und im schlimmsten Fall zum Leitungsbruch führen kann. Bremsbeläge und Bremsscheiben sollten nach dem Winter in der Werkstatt geprüft werden. Das gilt besonders, wenn das Auto in den Wintermonaten wenig bewegt wurde.
Unterboden und Radkästen
Streusalz setzt sich in Radkästen, am Unterboden und an Fahrwerkskomponenten fest. Dort greift es den Korrosionsschutz an. Eine gründliche Unterbodenwäsche entfernt die Salzreste. Danach sollte der Unterboden auf Roststellen und beschädigte Schutzschichten kontrolliert werden. Im Autohaus Schramel machen wir das auf der Hebebühne, weil viele Stellen von unten besser sichtbar sind als von der Seite.
Scheibenwischer und Waschanlage
Festgefrorene Wischer, vereiste Scheiben, Salzwasser: Wischergummis werden im Winter stark beansprucht. Wenn die Wischer im Frühjahr Schlieren ziehen oder rattern, sind die Gummis verhärtet oder eingerissen. Gleichzeitig sollte das Scheibenwischwasser von der Wintermischung auf eine Sommermischung umgestellt werden. Ein kurzer Funktionstest der Düsen gehört dazu.
Beleuchtung
Salzfilm auf den Scheinwerfern reduziert die Lichtausbeute. Aber auch defekte Leuchtmittel fallen im Alltag oft erst auf, wenn jemand darauf hinweist. Ein kurzer Rundgang ums Fahrzeug mit eingeschalteter Beleuchtung (Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Bremslichter, Rückfahrscheinwerfer) zeigt, ob alles funktioniert. Das können Sie zu zweit in zwei Minuten selbst prüfen.
Federn und Stoßdämpfer
Schlaglöcher und Frostaufbrüche belasten das Fahrwerk. Ein defekter Stoßdämpfer fällt im Alltag nicht immer sofort auf, verschlechtert aber das Fahrverhalten und verlängert den Bremsweg. Anzeichen: Das Fahrzeug schaukelt nach Bodenwellen deutlich nach, oder es zieht beim Bremsen zur Seite. Eine Fahrwerksprüfung auf der Hebebühne bringt Klarheit.
Was Sie selbst prüfen können
Einige Punkte brauchen keine Werkstatt. Sie können sie auf dem Parkplatz oder in der Garage selbst kontrollieren:
- Reifendruck und Profiltiefe: Reifendruck laut Herstellerangabe (steht im Türholm oder in der Tankklappe) an allen vier Reifen prüfen. Profiltiefe mit einer 1-Euro-Münze grob messen: Verschwindet der Goldrand (3 mm) nicht vollständig im Profil, wird es Zeit für neue Reifen.
- Beleuchtung: Alle Lichter einschalten, jemand geht einmal ums Auto. Blinker, Bremslicht, Rückfahrscheinwerfer nicht vergessen.
- Wischwasser und Wischer: Wischwasser auffüllen (Sommermischung), Wischer auf Schlierenbildung prüfen.
- Sichtkontrolle Karosserie: Steinschläge in der Windschutzscheibe? Lackschäden durch Splitt? Sichtbare Roststellen an Türkanten oder Schwellern?
Was in die Werkstatt gehört
Andere Punkte erfordern Werkzeug, Hebebühne oder Messgeräte:
Bremsen
Verschleiß von Belägen und Scheiben lässt sich nur auf der Hebebühne zuverlässig beurteilen. Gleiches gilt für den Zustand der Bremsleitungen.
Batterie
Ein Batterietest mit Messgerät zeigt, wie viel Restkapazität die Batterie noch hat. Das geht schnell und gibt Sicherheit für die Sommermonate.
Fahrwerk und Stoßdämpfer
Ausgeschlagene Lager, ermüdete Federn oder undichte Dämpfer erkennt man am besten bei einer Sichtprüfung von unten.
Klimaanlage
Klimaanlagen verlieren im Betrieb Kältemittel. Nach dem Winter, wenn die Anlage längere Zeit nicht oder nur selten lief, können sich im Verdampfer Bakterien und Schimmel bilden. Das merkt man am muffigen Geruch beim Einschalten. Eine Klimaanlagen-Wartung beugt dem vor und stellt die volle Kühlleistung für den Sommer sicher.
Achsvermessung
Wenn das Fahrzeug auf gerader Strecke nach links oder rechts zieht oder die Reifen einseitig abgefahren sind, stimmt die Achsgeometrie nicht mehr. Das passiert häufig nach einer Saison mit vielen Schlaglöchern. Im Autohaus Schramel prüfen wir das mit der Computer-Achsvermessung.
Reifenwechsel: Wann und wie?
Die Faustregel „O bis O“ (Oktober bis Ostern) gilt weiterhin als gute Orientierung. Eine gesetzliche Pflicht für den Wechseltermin gibt es in Deutschland nicht. Die situative Winterreifenpflicht greift bei winterlichen Straßenverhältnissen, unabhängig vom Datum.
Für den Wechsel auf Sommerreifen empfehlen ADAC und Reifenhersteller: Erst wechseln, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Im Remstal bedeutet das je nach Jahr etwa Mitte April bis Anfang Mai.
Im Autohaus Schramel bieten wir Reifenwechsel inklusive Einlagerung an. Wer seine Reifen bei uns einlagern lässt, hat sie im Herbst gewaschen und geprüft zurück.
Was kostet ein Frühjahrs-Check?
Die Kosten für einen Frühjahrs-Check hängen vom Umfang ab. Markengebundene und freie Werkstätten bewegen sich bei einem reinen Sicht- und Funktionscheck in einer Größenordnung von etwa 30 bis 60 Euro. Kommen einzelne Arbeiten hinzu (Wischwasser, Leuchtmittel, Scheibenwischer), erhöht sich der Betrag entsprechend.
Am besten fragen Sie direkt beim Autohaus Schramel nach dem aktuellen Leistungsumfang und Preis. Viele Punkte prüfen wir auch im Rahmen einer regulären Inspektion mit, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.
Termin vereinbaren
Sie möchten Ihr Fahrzeug nach dem Winter prüfen lassen? Vereinbaren Sie jetzt einen Termin beim Autohaus Schramel in Lorch.
Häufige Fragen zum Frühjahrs-Check
Ein typischer Frühjahrs-Check umfasst die Prüfung von Batterie, Bremsen (Beläge, Scheiben, Leitungen), Reifen (Profil, Zustand, Druck), Fahrwerk und Stoßdämpfern, Unterboden (Korrosion, Salzrückstände), Beleuchtung, Scheibenwischern, Flüssigkeitsständen (Öl, Kühlflüssigkeit, Wischwasser) und Klimaanlage. Im Autohaus Schramel erledigen wir das auf der Hebebühne.
Ein reiner Sicht- und Funktionscheck kostet in der Werkstatt etwa 30 bis 60 Euro. Zusatzarbeiten wie Wischwasserwechsel, Wischerblätter oder Leuchtmitteltausch werden nach Aufwand berechnet. Die genauen Konditionen erfahren Sie direkt beim Autohaus Schramel unter 07172 189920.
Reifendruck und Profiltiefe, Beleuchtung zu zweit, Wischwasser und Wischerfunktion sowie eine Sichtkontrolle von Karosserie und Scheiben auf Steinschläge können Sie selbst prüfen. Alles, was Hebebühne oder Messgerät erfordert, etwa Bremsen, Batterie, Fahrwerk und Achsvermessung, gehört in die Werkstatt.
Die Faustregel „O bis O“ (Oktober bis Ostern) dient als Orientierung. Im Remstal empfiehlt sich der Wechsel je nach Witterung etwa Mitte April bis Anfang Mai. Entscheidend ist, dass kein Frost mehr zu erwarten ist. Eine gesetzliche Pflicht für den genauen Wechselzeitpunkt gibt es nicht.
Mindestens alle zwei Jahre. Bei nachlassender Kühlleistung oder muffigem Geruch beim Einschalten sollte die Klimaanlage sofort geprüft werden. Die Anlage verliert im Betrieb Kältemittel, und im Verdampfer können sich Bakterien bilden. Ein Klimaservice im Frühjahr stellt die volle Funktion für den Sommer sicher.